01 | Goslar & Rammelsberg

Die Schatzkammer des Reiches

Vom Bergwerk Rammelsberg auf die Schalke

IMG_1200Die Wanderung führt zunächst durch die steilen Halden und Hänge des tausendjährigen Bergwerks am Rammelsberg, aus dem das Silber der mittelalterlichen Kaiser stammte. Nach diesem furiosen Auftakt geht es dann eher gemächlich auf die 762 m hohe Schalke, deren Aussichtsturm einen grandiosen Rundblick bietet.

Anspruch ++
Gehzeit 5.00 Std.
Länge 18 km
KARTE

Abgesehen von dem steilen Anstieg zu Beginn halten sich die Schwierigkeiten dieser Tour in Grenzen. Dieser erste Abschnitt ist bei feuchter Witterung nicht ungefährlich, Trekkingsstöcke sind hier durchaus sinnvoll. Eine leichtere Alternative ist angegeben, lässt aber die spektakulären Punkte aus.

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unterwegs:

Der grob geschotterte Treppenstieg lässt rasch 70 Höhenmeter gewinnen, dann erreichen wir einen Hangweg und folgen ihm nach links zum nahen Maltermeisterturm (15 Min.). – Dieses älteste Gebäude im Rammelsberger Bergwerkskomplex (um 1300) dürfte zugleich das älteste »Industrie«-Bauwerk Deutschlands sein! Ursprünglich als Wachturm zum Schutz der Gruben konzipiert, diente die Alarmglocke ab 1578 auch als Schichtglocke, welche die Bergleute zur Arbeit rief. Um 1740 wurde der Turm Wohnsitz des Maltermeisters, der als Holzverwalter eine zentrale Funktion im Bergwerksbetrieb ausübte (s.u.). Das Malter war ein meist für Getreide verwendetes Hohlmaß, daß im Nordharz aber auch auf Holz angewandt wurde und dabei etwa zwei Festmetern entsprach.

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Das 1000 Jahre alte Bergwerk Rammelsberg

Rammelsberg Bergwerk1988 ging mit der Einstellung der Erzförderung im Rammelsberg ein weltweit einzigartiges Kapitel der Bergbaugeschichte zu Ende: Über 1000 Jahre lang hatten hier Bergleute aus schließlich bis  zu 600 m Tiefe Silber und Buntmetalle wie Kupfer, Zinn, Blei zutage gefördert – insgesamt über 27 Millionen Tonnen! Bis Mitte des 19. Jh. wurde fast die Hälfte des in ganz Deutschland geförderten Silbers im Oberharz gewonnen.

Genaugenommen hat der Rammelsberger Bergbau ja schon in der Bronzezeit vor rund 3000 Jahren begonnen. Es wird sich aber um ein eher sporadisches und oberflächennahes Schürfen gehandelt haben. Die systematische, in die Tiefe gehende und über die Jahrhunderte ununterbrochene Bergmannstätigkeit begann nachweislich im Juni 968, nachdem einer Legende nach das Pferd des kaiserlichen Jägers Ramm eine Silberader freigescharrt hatte. Der Rammelsberg wurde zur »Schatzkammer des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation«, in deren unmittelbarer Nähe Kaiser Heinrich III. eine prächtige Pfalz errichten ließ, wodurch Goslar für rund zweihundert Jahre Zentrum des Reiches wurde.

Charakteristische Abbaumethode im Rammelsberg war bis Mitte des 19. Jh. das Feuersetzen, weswegen dem Maltermeister als Holzverwalter eine so zentrale Funktion im Bergwerksbetrieb zukam: Dabei wurden große Holzstöße angezündet, die das Erz erwärmten, von dem sich durch Ausdehnung die äußeren Schichten ablösten. Die gelockerten Erzmassen wurden anschließend mit Brechstangen vom Stoß abgetrieben, ein Verfahen, das lange effizienter und kostengünstiger war als die Verwendung von Sprengstoff.

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