10 | Bad Sachsa & Stöberhai

Stöberhai und Ravensberg

Von Bad Sachsa auf zwei prominente Gipfel des Südharzes

T10 Lärchenplatz OderstauseeVon vielen Punkten des Harzes ist der markante Gipfel des Stöberhais zu sehen. Kastenförmig ragt er aus der Hochflächenlandschaft des Südharzes und weckt natürlich das Verlangen, ihn zu besteigen. Auf dem Rückweg schauen wir dann noch auf dem Hausberg Bad Sachsas vorbei.

Anspruch    ++
Gehzeit     4.45 Std.  (2.45 Std.)
Länge         18 km (10 km)

Eine Bergwanderung mit stetigem Anstieg auf gut gangbaren Wegen – vom Schlußanstieg auf den Stöberhai-Gipfel abgesehen. Beim Abstieg vom Ravensberg erfordern zwei Passagen bei feuchter Witterung Trittsicherheit. – Die Tour eignet sich auch für weniger geübte Wanderer, indem Sie den Stöberhai auslassen und direkt zum Ravensberg gehen (2. 45 Std., 10 km).

unterwegs:

… noch ein kurzer Anstieg und wir stehen auf der Westkuppe des Stöberhais (2.15 Std.). Kaum zu glauben: Auf diesem Wiesenplan befand sich bis 1992 einer der wichtigsten westlichen Horchposten während des Kalten Krieges mit 74 m hohem Turm von 16 Stockwerken – das Gegenstück zu den Anlagen des Ostblocks auf dem Brocken. Bundesdeutsche und französische Luftwaffe hörten von hier den militärischen Funkverkehr in der DDR ab. Wir gehen nach rechts am Rande des Areals weiter und vorne an der T-Gabelung links zum Denkmal »Stöberhai Höhe 714,3«. Hinter einer Betonwand versteckt, wird die Geschichte der militärischen Nutzung des Stöberhais in Wort und Bild dargestellt.

Wir gehen auf dem Schotterweg wieder zurück und folgen dann links dem breiten Weg auf den Gipfel des Stöberhai  (2.30 Std.). „Hai“ nannten die Harzer kahle Flächen, auf denen Köhler ihrem Gewerbe nachgingen, von denen einer hier vielleicht Stöber hieß… – Das Gipfelplateau ist vor allem mit Eschen, aber auch mit Linden, Bergahorn und einer alten Kastanie bestanden – die ortsuntypischen Bäume lassen erahnen, wo ungefähr das 1980 abgebrannte Berghotel stand, dessen Nachkriegsblütezeit die 1950er/60er Jahre waren, als ein findiger Busunternehmer Westberliner für einen Kurzurlaub durch die »Zone« in den Harz karrte. Heute befindet sich nur noch eine Schutzhütte mit Rastplatz auf dem Gipfel, von dem sich ein grandioser Ausblick über Odertal und St. Andreasberg hinweg gen Norden bietet, wo der langgestreckte Höhenzug des Acker, Brocken und Wurmberg den Horizont beherrschen.

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Bad Sachsa

Das 1219 erstmals urkundlich erwähnte Sachsa begann 1845 aus seinem Dornröschenschlaf zu erwachen, als ein wiefer Erfurter Regierungsrat das wirtschaftliche Entwicklungspotential der ärmlichen Harzrandgemeinde unter die Lupe nahm. Er erkannte, dass in Zeiten immer beliebter werdender »Sommerfrische« die umgebende Natur das Pfund sei, mit dem es zu wuchern gelte. Erster Schritt zum Aufbau einer touristischen Infrastruktur war 1848 der Bau einer Schutzhütte auf dem Ravensberg, wo dem ermatteten Wanderer Milch von den umliegenden Weiden kredenzt wurde. Schon 1854 wurde die Bretterbude durch eine Gastwirtschaft mit 13 m hohem Aussichtsturm ersetzt. Richtig in Schwung kam die Entwicklung, nachdem 1864 erstmals Kurgäste auf ärztliche Empfehlung nach Sachsa kamen, um dem »Dunst der Städte« zu entfliehen. Pfarrer Kneipps Wasserkuren waren populär geworden, und Sachsas Aufschwung zum »Bad« begann 1874 mit der genialen Idee des Mühlenbesitzers Carl Gelpke, eine »Badeanstalt« einzurichten. Dazu plazierte er die alte Holzbadewanne des Urgroßvaters vor seinem oberschlächtigen Mühlrad – und die erste Kneippsche Anwendung Sachsas war geboren. Die 1869 eingeweihte Eisenbahnlinie Nordhausen – Northeim hatte den beschaulichen Ort an die große weite Welt angeschlossen, so daß der weitere Aufschwung fast wie von selbst seinen Lauf nahm. 1886 wird der Stöberhai durch ein Wirtshaus erschlossen, 1889 der Kurpark angelegt – und 1905 dann die Krönung: man darf sich »Bad« Sachsa nennen.

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