21 | Blankenburg

Regenstein & Teufelsmauer

Harzer Highlights bei Blankenburg

T21 - Festung Regenstein aus BuchDiese Wanderung am Ostrand des Harzes verbindet eine Hauptsehenswürdigkeit des Vorlandes mit echt Harzer Waldlandschaft und allem, was so dazugehört: Festung, Kloster, Grafenschloß, Mühle, Teiche, Einsiedlerhöhle und Teufelsmauer – man gewinnt fast den Eindruck, daß hier bei Blankenburg die Landschaft mit dem gesamten Ensemble touristischer Highlights möbliert ist, die man sonst nur verstreut antrifft.

Anspruch    +++
Gehzeit        6 Std.
Länge          24 km
KARTE (ohne Route)

Die überwiegend auf guten Wegen und Pfaden verlaufende Wanderung ist allein aufgrund ihrer Länge anspruchsvoll. Größere Anstiege sind nicht zu bewältigen, etwas Trittsicherheit ist nur für den Abstieg vom Großvaterfelsen gefordert.

unterwegs:

Die Festung Regenstein liegt ideal auf einem freistehenden, 120 m das Umland überragenden Sandsteinmassiv. Auch der weiche Kreidesandstein kam den Erbauern entgegen, ließen sich doch recht leicht Kasematten, Pferdeställe usw. in den Fels schlagen.

Als herkömmlicher Ritterwohnsitz diente der Regenstein nur vom 11. – 15. Jh., dann verlegten die örtlichen Grafen ihre Residenz ins bequemere Schloss Blankenburg. Über 200 Jahre war die Burg danach dem Verfall preisgegeben, bis Kurbrandenburg (Preußen) 1671 in den Besitz der Ruine gelangte, um hier eine Vorfeldsicherung von Halberstadt und Magdeburg inmitten feindlichen, braunschweigischen Gebiets zu etablieren. Unter Einbeziehung von Resten der alten Burg entstand eine rund zehnmal größere Bergfestung von bis zu 1200 m Ausdehnung – die knapp 90 Jahre später (1758) wieder gesprengt wurde, weil sich die Zeiten geändert hatten: Braunschweig war nämlich vom Feind zum Verbündeten Preußens geworden, nachdem Kronprinz Friedrich (der spätere »Große«) 1733 eine braunschweiger Herzogstochter geehelicht hatte. Gleichwohl blieb das kleine Gebiet bis 1945 preußisch.

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IMG_1171… und dann sehen wir auch schon bald die zwei kaskadenartig übereinander angeordneten Wasserräder der rekonstruierten Regensteinmühle. Hier lässt sich Mittelalter-Hightech vom Feinsten bestaunen: Das Aufschlagswasser wurde über einen 2 km langen Graben aus dem Goldbach herbeigeführt und durch zwei 20 m lange, noch gut sichtbare Stollen durch den Fels auf die Mühlräder geleitet. Die Mahl- und Ölmühle war vom 12. bis 15. Jh. in Betrieb (bis die Grafen wegzogen), wurde von den Preußen noch einmal reaktiviert und wie die Festung 1758 gesprengt. Ab 1988 wurden die Reste der Anlage ausgegraben und restauriert, eine Arbeit, die noch lange nicht abgeschlossen ist.

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Kloster Michaelstein – Der Name leitet sich von einem an unserem Weiterweg liegenden Felsen tiefer im Tal ab, wo die Keimzelle des hier 1167 gegründeten Klosters lag, dessen Blütezeit 1525 mit seiner Verwüstung im Bauernkrieg endete. Später wurde die verbliebene Anlage noch als Schule und Wirtschaftsbetrieb genutzt. – Das Viereck der restaurierten Gebäude mit Kreuzgang, Refektorium und Kapitelsaal bietet einen schönen Eindruck von der Schlichtheit einer Zisterzienserabtei. Heute wird Kloster Michaelstein als Veranstaltungs- und Ausstellungsort genutzt und ist Sitz der Musikakademie Sachsen-Anhalt. Sehenswert die Ausstellung „KlangZeitRaum“ sowie die beiden nach mittelalterlichen Plänen gestalteten Kräuter-und Gemüsegärten.

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T21 - Volkmarskeller - Rekonstruktionszeichnung

Rekonstruktionszeichnung von Wolfgang Braun (burgrekonstruktion.de – auf Bild klicken)

Die Karsthöhle Volkmarskeller war die Keimzelle von Kloster Michaelstein. Ein kurzer Steig führt  zu der nach einem um 950 hier hausenden Einsiedler benannten Höhle hinauf. Seine Anhänger errichteten genau über der Höhle eine bereits 956 genannte Michaelskirche und schlossen sich später den Zisterziensern an, die 1146 ein kleines Kloster anbauten und die Höhle als Andachtskapelle gestalteten. Schon zwanzig Jahre später (1167) wurde das erweiterungsbedürftige Kloster unter Beibehaltung von Namen und Patronat an den 4 km entfernten Talausgang verlegt. – Folgt man dem Steig weiter auf die Höhe, sieht man noch Grundmauern der einstigen Anlage. Das Eisengitter sichert einen Felsspalt, durch den eine begehbare Verbindung zwischen Kloster und Höhlenkapelle bestand.

 

 

 

 

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