25 | Benneckenstein

Wälder, Auen, Bergeshöh’

Von Benneckenstein über die Carlshaushöhe nach Sophienhof

T25 - Benneckenstein aus BuchDiese Wanderung ist ein Spaziergang ins Grüne: Aus den Auen im Rappbodetal geht es durch schier endlose Wälder, über die hinweg man vom Aussichtsturm auf der Carlshaushöhe einen veritablen Rundumblick gewinnt, bevor es wieder steil zu Tal und auf die Wiesenhochfläche von Sophienhof geht.

Anspruch  ++
Gehzeit      4 Std.
Länge         16 km
KARTE (ohne Route)

Diese Wanderung führt ohne allzu heftige Anstiege auf meist guten Wegen durch die Tälerlandschaft südöstlich von Benneckenstein. Ausnahmen sind der kurze Steilanstieg auf die Carlshaushöhe und Teile des Sophienhofer Steigs beim Abstieg auf knorrigen Wurzelpfaden.

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 unterwegs:

Wer sich über den Max-Schmeling-Platz nebst Gedenkstein in der Ortsmitte von Benneckenstein wundert: Seit 1934 war Benneckenstein Trainingszentrum der deutschen Amateur-Boxer. Nach deren Erfolgen bei der Olympiade im August 1936 trug man dem Profi Schmeling, der im Juni seinen legendären Kampf gegen Joe Louis gewonnen hatte, im November 1936 die Ehrenbürgerwürde an, die der damals berühmteste deutsche Sportler annahm. Nach der Wende wurde die Beziehung aufgefrischt, und der 97-Jährige besuchte 1993 noch einmal Benneckenstein.

*

… und in gerader Linie ziemlich knackig auf die Carlshaushöhe [4] hinauf (1.30 Std.; Rastplatz; Schutzhütte hinter dem Turm). Sie ist nach einem rund 250 m nordöstlich etwas tiefer gelegenen alten Forsthaus benannt. 155 Stufen führen auf die Aussichtsplattform des Funkturms, von der man aus 30 m Höhe einen eindrucksvollen Rundblick über die typische Harzlandschaft zwischen Brocken und Vorland genießen kann: Viel Wald, dazwischen einzelne besiedelte Rodungsinseln, im Südosten erhebt sich der vorgelagerte Kyffhäuser. – Nichts erinnert mehr an die militärische Nutzung während der letzten Phase des Kalten Krieges: Als sich der Ost-West-Konflikt nach dem Nato-Doppelbeschluß vom 12. Dezember 1979 und dem zwölf Tage später beginnenden sowjetischen Einmarsch in Afghanistan verschärfte, wurde die Carlshaushöhe militärische Schutzzone und auf dem Gipfel eine russische Abhörbasis zur Überwachung des westlichen Luftraums errichtet. Dabei wurde 1981 auch der seit 1901 hier oben stehende eiserne Bismarck-Turm abgerissen. Nach der Wende wurden alle Besatzungsrelikte geschleift und 1998 der neue Turm errichtet, dessen Hauptzweck die Sicherstellung des Funkverkehrs der Harzer Schmalspurbahnen ist.

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Vor uns liegt der Weiler Sophienhof [5] (2.15 Std.), das nördlichste Dorf Thüringens mit rund 50 Einwohnern und einer Reihe von Ferienhäusern. Wir erreichen die Hauptachse der Dorfstraße beim Gasthaus und Hotel „Brauner Hirsch“. Rechter Hand steht dort die Zanthier-Linde (Infotafel). In ihrer Jugend sah sie den bedeutenden Forstpionier Hans Dietrich von Zanthier hier wirken (s. Touren 23 und 16), der 1747/48 auf dem Sophienhof sein erstes Forstmeisteramt versah. Die Siedlung war aus einer 1560 erstmals erwähnten Meierei hervorgegangen und 1717 nach der Gemahlin des regierenden Grafen von Stolberg-Wernigerode benannt worden.

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2 Antworten zu 25 | Benneckenstein

  1. Hartmut schreibt:

    Sehr schön als Einstieg zum Wandern. Gibt es für diesen Wandervorschlag auch einen Rundweg,
    Start und Ziel Benneckenstein ?

    • etzel schreibt:

      Die Wanderung ist ein Rundweg 😉 Die Ergänzung entfällt beim Tour-Titel im Buch, weil dort per Karte auf den ersten Blick klar.

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