26 | Neustadt & Stolberg

Zwei Perlen des Südharzes

Natur pur zwischen Neustadt und Stolberg

Diese Wanderung verbindet zwei der schönsten Städtchen des Südharzes und präsentiert dabei neben den landschaftlichen Reizen dieser Region auch einen Einblick in ihre Geschichte.

Anspruch    ++
Gehzeit        5.30 Std.
Länge        22 km
KARTE

Die überwiegend auf guten Wegen verlaufende Tour weist mit dem „Himmelsstieg“ einen kurzen knackigen Anstieg auf. Sie lässt sich um 5 km auf 17 km verkürzen, wenn man Stolberg auslässt und schon von Hainfeld den Rückweg antritt. –

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unterwegs:

Mit zunehmendem Gefälle erreichen wir die Lutherbuche, wo sich eine der schönsten Aussichten auf das malerische Stolberg mit dem auf einem Bergsporn thronenden Schloss öffnet. Eine Holztafel an der Buche erinnert an Luthers Besuch am 21. April 1525, dem Freitag nach Ostern. Er hatte gegen den Aufstand der Bauern gepredigt (die dennoch die Stadt am 2. Mai stürmten) und war der Überlieferung nach dann mit seinem Stolberger Freund Reiffenstein hier herauf gestiegen. Dabei soll Luther das Stadtbild mit einem Vogel verglichen haben, wonach das Schloss den Kopf, der Marktplatz den Rumpf und die drei dorthin führenden Gassen Flügel und Schwanz desselben darstellten. Das Bild läßt sich nachvollziehen, oder?

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Neustadt & Stolberg

Wenn man durchs alte Stadttor von 1492 kommt und dann durch die von hübschen Fachwerkhäusern gesäumte Burgstraße fährt, strahlt das auf der Landkarte so unscheinbare Neustadt gediegenen Wohlstand aus. Der alte Amtssitz und Marktort zu Füßen von Burg Hohenstein erlebte seinen ersten „Boom“ mit dem 1726 beim Felsentor eröffneten Steinkohlebergwerk. Nach dessen Schließung 1870 setzten die Stadtväter auf Fremdenverkehr und Kurbetrieb. Sanatorien wurden angesiedelt und Kureinrichtungen gebaut, was sich als weitsichtige Entscheidung erwies, denn auch heute zählt der Luftkurort mit seiner Fachklinik für Atemwegserkrankungen rund 50.000 Übernachtungen im Jahr.

Stolberg, die „Perle des Südharzes“, entwickelte sich aus einer um das Jahr 1000 entstandenen Bergmannsiedlung zur stolzen Residenz des örtlichen Grafengeschlechts. Vor allem der Silberbergbau sorgte für den Wohlstand des Städtchens, in dem als Nebenprodukt das Handwerk der Münzprägerei blühte. Dies spiegelt sich im Namen des berühmtesten Sohnes der Stadt, Thomas Müntzer (1489-1525). Der radikale Prediger wandelte sich vom glühenden Anhänger zum Gegenspieler Luthers, da er eine Ausdehnung des Widerstandes von der geistlichen auch gegen die weltliche Obrigkeit  für notwendig hielt, weswegen er im Gegensatz zu Luther der gewaltsamen Befreiung der Bauern das Wort redete. Zu DDR-Zeiten wurde Müntzer daher als Sozialrevolutionär gefeiert – ohne zu bedenken, was er wohl zur real existierenden Diktatur des Proletariats gesagt hätte…

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